4. Die Zeit bis zum ersten Weltkrieg 

 

In der Zeit bis zum ersten Weltkrieg verstetigte sich das korporative Leben in Mittweida, trotz des Couleurverbotes.

 

Die farbentragenden schlagenden Verbindungen des MPC erfreuten sich trotz Verbots immer größerer Beliebtheit unter den Technikern. Dies führte dazu, dass die bisher mehrheitlich farbenführenden, nichtschlagenden MCC-Vereine, vermehrt korporative Züge annahmen.Dieser Druck erhöhte sich zusätzlich, als die Technikumsleitung das Vereinsverbot von 1892 im Wintersemester 1901/02 zurücknahm und viele der alten Korporationen wieder öffentlich auftreten konnten, oder rekonstuierten.

 

Vollständige Couleurfreiheit konnte auch in diesen Jahren nicht erwirkt werden. Dennoch gab es auch in diesem Bereich einige Fortschritte zu vermelden. So wies Professor Holzt in einem Circular (Rundschreiben) an alle Lehrer darauf hin: „Verboten ist bekanntlich nur das „öffentliche Couleurtragen"; die Controlle darüber, was die Vereine in ihren abgeschlossenen Kneiplokalen treiben, kann nicht Sache der Anstalt sein." Die Lehrer sollten den Besuch von Veranstaltungen in den Verbindungslokalen vermeiden, um dieses Treiben nicht mit ihrer Präsenz zu legitimieren.

 

Das Schlagen von Mensuren war für die Vereinsmitglieder immer noch eine gefährliche Angelegenheit, da den Paukanten strafrechtliche Konsequenzen drohten, wenn sie durch die Ordnungsbehörden erwischt wurden. So wurden die Herren Fritz Klingenberg und Fritz Adolf Zimmer, beides Angehörige der Landsmannschaft Brandenburgia 1905 wegen der Beteiligung an einem Zweikampf mit scharfen Waffen durch das Reichsgericht zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt und durch die Hochschulleitung des Technikums verwiesen.

 

Eine Neuauflage der Schlacht von Sanitas im Jahre 1905, führte zwar zu Verhaftungen und strafrechtlichen Verfolgungen, beeinträchtigte das Couleurleben aber nicht.

Im Jahr 1909 schlossen sich die AH-Verbände zur Vereinigung der Alt-Herren-Verbände Deutscher Corporationen zu Mittweida (VAHDCM).

 

Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges 1913 gründeten die Landsmannschaften Badenia, Bavaria, Ostmark, Platonia, Rheno-Guestphalia und Saxonia das Mittweidaer Landsmannschafter-Cartell (MLC).

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges traf auch die Korporationen in Mittweida. Viele der jungen Männer am Technikum zogen in den Krieg. Alle Bünde mit weniger als 5 aktiven Mitgliedern suspendierten.

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