3. Verschärfte Konflikte mit der Technikumsleitung

 

Im Jahr 1892 nahm Direktor Weitzel seinen Abschied und Direktor ing. Holzt übernahm die Leitung des Technikums. Dieser hatte bereits auf der 25 Jahr Feier des Technikums die Aussage getätigt, „daß er mit der Zeit alle Vereine am Technikum aufzulösen gedächte".

 

Infolge dieses Wechsels erhöhte sich der Druck der Lehrerkonferenz und des Direktorats auf die örtlichen Korporationen.

 

Am 19. Dezember 1892 wurde ein Beschluss der Lehrerkonferenz wirksam, der die Vereinigungen: Anhaltinischer Leseverein (Landsmannschaft Askania), Bairischer Leseverein (Landsmannschaft Bavaria), Holländischer Leseverein (Landsmannschaft Hollandia), Polnischer Leseverein, Schlesischer Leseverein (Landsmannschaft Silesia), Amerikanischer Leseverein, Techniker Militärverein, Ungarischer Leseverein (Landsmannschaft Hungaria) und Techniker Zitherclub verbot. Das Verbot wurde damit begründet, dass die oben genannten Vereine den „ausgesprochenen Charakter von Landsmannschaft trugen und keine wissenschaftlichen oder künstlerischen Zwecke verfolgten." Dem Verbot folgten scharfe Proteste in Form einer Denkschrift und heftige Demonstrationen der Technikerschaft, welche in der Schlacht von Sanitas gipfelten.

 

Inzwischen hatte es 1892 diverse Neugründungen von Vereinen gegeben: Fidelitas, Unitas, Rheno-Guestphalia, Arendsia, Berolina, Mittweidaer Ballspielclub, Alania, Makaria.

 

Nach einer abermaligen Auflösung des MPC am 30. April 1894 gründete sich 1889 ein neuer Chargierten-Convent (CC) neu. Dieser Mittweidaer CC stand in Konkurrenz zu dem neugegründeten MPC, welcher durch die, teilweise verbotenen, Vereine: Badenia, Bavaria, Brandenburgia, Concordia, Fidelitas, Rossija, Saxonia und Stolzea rekonstituiert wurde. Unter anderem gab es Konflikte in der Mensurfrage. Der MCC riet 1889 seinen Vereinen, „sich aus den Mensuren herauszuhalten."

 

Trotz Zugeständnissen der Technikumsleitung, was die Couleurfreiheit anging wuchsen die Repressionen der örtlichen Polizei gegen das Studentische Leben an.In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1889 veranlassten einige studentische Verbindungen daher eine öffentlichen Auseinandersetzung mit der Polizei, welche in der Festschrift der Hochschule Mittweida von 1992 wie folgt beschrieben wird:

 

„Hunderte Studenten und auch Mittweidaer Bürger folgten dem Aufruf „[...] sich mit Stöcken bewaffnet [...] am Café Sanitas einzufinden, um [...] von da aus die Schutzleute Mittweidas mit vereinten Kräften (zu) verkeilen."

 

Die Technikumsleitung reagierte auf diesen Exzess mit einem totalen Couleurverbot.

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