Die Vielzahl der neuen Vereine und studentischen Organisationen veranlasste die Lehrerkonferenz und die Technikumsleitung zu mehrfacher Befassung mit den Vereinen. Mehrfache Gesuche Couleurfreiheit in der Stadt und an der Hochschule zu gewähren, wurden abschlägig beschieden Stattdessen verabschiedete die Lehrerkonferenz am 20. Dezember 1889 ein neues „Regulativ für die Vereine am Technikum". In diesem heißt es in § 5: „Sogenannte studentische Verbindungen jeder Art sind strengstens verboten (...). Wer sich zur Bildung einer solchen Verbindung herbeilässt, zur Teilnahme an einer solchen verleitet oder selbst teilnimmt oder mit verbotenen sogenannten studentischen Abzeichen betroffen wird, hat je nach Umständen Ausweisung zu erwarten."

 

Das Regulativ verbot ebenso Kartellverhältnisse unter den Vereinen, das Abhalten von Stiftungsfesten und ähnlichen studentischen Veranstaltungen. Nichtbeachtung des Regulativs wurde mit Entlassung von der Hochschule, besonderen Strafen für die Vorstandsmitglieder und im schlimmsten Fall der Zwangsauflösung des Vereins bedroht.

 

In Den Jahren von 1890-1895 kam es zu zweifacher Auflösung und Neukonstitution des MPC. Grund hierfür waren unüberbrückbare Differenzen mit der Technikumsleitung. Direktor Weitzel hatte 1890 versucht auf den MPC einzuwirken, dem Techniker-Militärverein (aus dem später die Kameradschaft Alemannia-Mittweida hervorging) dauerhaft die Führungsrolle innerhalb des MPC zu übertragen und kolportiert, mit keinem anderen studentischen Verein über die Belange des Technikums, der Vereine und der Schülerschaft sprechen zu wollen. Die MPC-Vereine, auch der Techniker-Militärverein verweigerten sich hartnäckig diesem Diktum. Dieses Beispiel zeigt unter anderem, wie sehr der MPC und die Vereine sich an die Spitze der allgemeinen Technikerschaft gesetzt und deren Führung übernommen hatten.

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