7. Von der Nachkriegszeit bis Heute

 

Der zweite Weltkrieg führte auch unter den Korporationen zu großen Verlusten. Viele Mittweidaer Korporierte starben an den Fronten, im Bombenhagel oder vereinzelt auch in den Konzentrationslagern.
Nach Gründung der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik, war ein Wiederaufleben des Korporationswesens in Ostdeutschland nicht mehr möglich. Studenten waren gezwungen sich in den SED-eigenen Jugendirganisationen, wie der Freien Deutschen Jugend (FDJ) zu engagieren. Korporationen waren seitens des Regimes verboten und lebten allenfalls in Freundschaftsbünden von Alten Herren im Privaten fort.


In den 50er Jahren gab es in Westdeutschland diverse Sammlungsbewegungen auf Initative einiger Alter Herren, welche die versprengten Mittweidaer Alten Herren wieder zusammen führen sollten und die sich die Rekonstitution ihrer Bünder zum Ziel gemacht hatten.
Diese Anstregungen führten in den 50 und 60er Jahren zu zahlreichen erfolgreichen Reaktivierungen, vornehmlich an westdeutschen Fachhochschulen.


So reaktivierte die Landsmannschaft Rheno-Guesphalia 1952 in Bingen am Rhein, 1956 folgte die Teutonia, welche nun in Duisburg beheimatet war. Die Landsmannschaft Concordia schlug ihre Zelte 197 in Wolfenbüttel auf. In den Jahren 1963 und 1962 reaktivierten die Landsmannschaft Berolina (heute Burschenschaft Berolina) und die Landsmannschaft Nordmark in Lübeck und Friedberg in Hessen.
Weitere Reaktivierungen folgten.


Anlässlich des 65. Stiftungsfestes der Landsmannschaft Rheno-Guestphalia traten am 28.05.1960 auf der Burg Rheinfels in St. Goar eine große Zahl Vertreter ehemaliger Mittweidaer Bünder zusammen. Sie beschlossen das Mittweidaer Senioren-Cartell (MSC), als Traditionsträger des Mittweidaer Senioren-Conventes zu gründen.


In das erste kommissarische Präsidium wurden gewählt:

Walter Remy , Teutoniae, zum Präsiden,

Paul Drans, Rheno-Guestphaliae, zum Conpräsiden,

und Walter Pitroff, Bavariae, zum Schatzmeister.

 

Auf dem 75. Stiftungsfest der Burschenschaft Teutonia-Mittweida zu Duisburg, am 27.10.1961 wurde im Rahmen eines ersten General-Conventes des MSC eine Satzung beschlossen.

Mit großem Interesse beobachteten die Korporationen die Entwicklungen in Ostdeutschland und an ihrem alten Studienort. Man hielt Kontakt über Briefe und Päckchen zu den dort lebenden Alten Herren. Besuche im privaten Rahmen durch einzelne Vertreter waren nur selten möglich.

 

Die Wende 1989-1991 kam für die Korporationen ebenso überraschend wie für die meisten Deutschen. Sehr schnell nahmen die ehemaligen Mittweidaer Korporationen wieder Kontakt zu ihrer ehemaligen Hochschule auf. Eine Vielzahl von Ihnen führte in den 90er Jahren Reisen nach Mittweida durch, die oft mit Wiedersehenskommersen und -kneipen vor Ort verbunden wurden.

 

Im Jahr wurde 1990 mit der Unterstützung von BDIC und MSC, von 15 Studenten der Hochschule die Burschenschaft Fidentia Mittweida im MSC gegründet. Anders als in vorherigen Jahrzehnten hatte die neue Hochschulleitung darum gebeten, dass sich auch am Standort Mittweida wieder Korporationen ansiedeln. Überlegungen der westdeutschen MSC Bünder wieder nach Mittweida überzusiedeln oder Filialen in Mittweida zu errichten, hatten keinen Erfolg oder wurden nicht realisiert.

 

Seit Mitte der 70er Jahren schrumpfte das Cartell stetig.

Insbesondere in den 80er Jahren gaben viele MSC-Bünder mangels Nachwuchses auf.

1993 bestand das MSC noch aus 9 von einstmals 19 Korporationen, die reaktiviert hatten.

Heute im Jahr 2009 sind im MSC noch 4 Bünde aktiv:

De Burschenschaft Berolina-Mittweida zu Lübeck, die Landsmannschaft Badenia-Mittweida zu Ulm, die Burschenschaft Fidentia Mittweida und die Landsmannschaft Teutonia-Mittweida zu Duisburg.

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